Von der Schiene auf die Straße

Der neue Bahnblick führt uns dieses Mal zu den Kolleginnen und Kollegen von DB Regio Bus am Standort in Münster. Wir alle sind schon einmal Bus gefahren. Wir steigen ein, fahren die…

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Von der Schiene auf die Straße

2016-09-21

Der neue Bahnblick führt uns dieses Mal zu den Kolleginnen und Kollegen von DB Regio Bus am Standort in Münster.

Wir alle sind schon einmal Bus gefahren. Wir steigen ein, fahren die ausgewählte Strecke und steigen wieder aus. So weit so gut. Meistens wenig spektakulär, sondern zum Zwecke der Zielerreichung. Damit dies alles genau so funktioniert wie es die Fahrgäste erwarten und voraussetzen, sind die Kollegen am Steuer mit die wichtigsten Personen im Gesamtablauf. Ohne sie würde nämlich gar nichts gehen oder besser: fahren.
Und genau darum geht es im aktuellen Bahnblick: Um die Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag dafür sorgen, dass die roten Busse von DB Regio sicher und pünktlich unterwegs sind. Wie viel von Ihnen abhängt erkennt man erst, wenn man wie ich die Chance erhält, einen eingehenden Blick hinter die Kulissen von DB Regio Bus NRW zu werfen. Einen Tag lang habe ich einen Kollegen der DB Westfalenbus im Münsterland begleitet und ihm eingehend über die Schulter geschaut. Ich habe hunderte von Fragen gestellt und war am Ende des Tages vollkommen fasziniert von den Eindrücken.

Busfahrer sind Allrounder

Ein Busfahrer ist weitaus mehr als nur der Fahrzeuglenker, der den Bus von A nach B bewegt. Er ist ein echter Allrounder. Jederzeit hilfsbereit, besonnen und kompetent wird auf die unterschiedlichen Fahrgäste eingegangen.

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Die ausgestrahlte Souveränität vermittelt eine sympathische Art und drückt Verbindlichkeit aus. In den Buslinien der DB Westfalenbus müssen die Fahrgäste vorne einsteigen. Dieser „kontrollierte Einstieg“ bedeutet gleichzeitig, dass der Busfahrer die Tickets der Einsteiger sichten und auf Gültigkeit kontrollieren muss. Parallel dazu verkauft er Busfahrscheine an diejenigen, die noch kein Ticket haben. Ausgenommen von dieser Regelung sind mobilitätseingeschränkte Personen wie Rollstuhlfahrer, Fahrgäste mit Rollator oder Kinderwagen, sie dürfen natürlich die breitere hintere Tür zum Einsteigen benutzen.

Während wir durchs Münsterland fahren stellen sich mir immer mehr Fragen. Erst einmal fällt mir auf, dass es sich in dieser Region augenscheinlich um eine Kreisverkehr-Hochburg handelt. Anerkennung an meinen Fahrer Ferdinand Schulze-Wierling, der seit 1995 für Westfalenbus zielsicher und mit enorm sympathischer Art die Busse von Station zu Station steuert. Er hat das Fahren anscheinend im Blut.

Das kommt daher, dass ich jahrelang im Reisebusverkehr tätig war.

Ferdinand Schulze-Wierling

"Da lernt man so zu fahren, das es die Fahrgäste möglichst ruhig haben. Als ich mich damals entschieden habe, in den Linienverkehr zu wechseln um künftig die Westfalenbusse zu steuern, wusste ich zwar, wie ich ohne Navi nach Kroatien komme, aber wie man einen Fahrplan liest, das war mir schleierhaft."
Lachend schüttelt er den Kopf, weil es sich einfach kurios anhört.

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Persönliche Atmosphäre

Wir halten wieder und die Tür öffnet sich erneut. Diesmal werden einige der einsteigenden Gäste namentlich begrüßt. „Nach einer Weile kennt man seine Stammkunden“, sagt er und es ist deutlich zu merken, dass sowohl Fahrgäste als auch Fahrer diese persönliche Atmosphäre sehr schätzen.
Durch den zunehmenden Straßenverkehr ist es nicht immer leicht, den Fahrplan einzuhalten. Dann ist es von Vorteil, wenn der Fahrer die Tarife sofort parat hat und nicht durch die Suche im Bordcomputer zusätzlich Zeit verliert. Allerdings gibt es viele verschiedene Tarife, die sich ab und an auch ändern – da ist es nicht ganz einfach, immer auf dem neuesten Stand zu sein. Auch die Sprachbarrieren mit internationalen Fahrgästen werden immer kreativ und zur Zufriedenheit beider Seiten überbrückt. Ob mit Händen und Füßen oder mit Zetteln - am Ende wird der Fahrgast immer gut beraten.

Ein Beruf, der auch Belastungen birgt

Ich beobachte eine Weile den Ablauf aus Anhalten, Menschen steigen ein und aus, losfahren, auf alles achten, durch Straßen fahren, bei denen ich es erstaunlich finde, dass dort überhaupt ein Bus durchpasst, Kreisverkehr rein, Kreisverkehr raus. Konzentriert und ruhig während der Fahrt, aufgeschlossen und fröhlich sobald das Fahrzeug steht. So genau habe ich das Ganze vorher nie beobachtet oder mir überhaupt Gedanken darüber gemacht.

Könnte der Bus eigentlich losfahren, auch wenn die Tür noch nicht vollständig geschlossen ist? Ich habe die Frage noch nicht einmal vollständig ausgesprochen, da kommt schon das „Natürlich nicht“. Die modernen Fahrzeuge können erst nach vollständigem Abschluss des Schließvorgangs losfahren. Klingt einleuchtend.

Auch meine nächste Überlegung konnte sich ziemlich schnell aufklären. Wieso werden eigentlich Ampeln fast annähernd dann grün wenn wir darauf zusteuern? Gerade im Stadtverkehr werden viele Ampeln per Funk am Fahrzeug zum automatischen Auslösen der Grünschaltung gesteuert. Das erklärt natürlich einiges.

Wieder etwas dazugelernt, wie bei allen Reportagen, die ich bisher geschrieben habe. Auch heute ist wieder einzigartig, spannend und total lehrreich. Meine Busfahrten werden sich jedenfalls in Zukunft nicht mehr auf das reine ein- und aussteigen beschränken. Ich kann nur jedem empfehlen auch mal genauer hinzuschauen um zu erleben wie phantastisch die Fahrerinnen und Fahrer ihren Job machen, der wesentlich facettenreicher ist, als sich in der Tätigkeitsbeschreibung des Geschäftsfeldes liest.

Wer jetzt denkt, damit sei die Geschichte beendet, der täuscht sich. Damit die Kolleginnen und Kollegen überhaupt fahren können, müssen die Busse gewartet werden und sich jederzeit in einem technisch einwandfreien Zustand befinden. Das geschieht in den Betriebshöfen, in denen die Werkstattmitarbeiter die Fahrzeuge instand halten.
Wie gute Bekannte werden manche Fahrzeuge begrüßt, die in regelmäßigen Abständen den Weg in die Werkhalle finden. Zu vielen gibt es eigene Geschichten und die verbinden Mechaniker und Bus. Die großen Wagen werden fürsorglich gewartet, gepflegt und Instand gesetzt. Flüssigkeitsstände, deren Mengenverhältnis in keiner Weise mit denen eines Autos vergleichbar, werden überprüft. Allein 40l Öl befinden sich im Motor eines Busses. Aber das ist bei 280PS wohl auch nötig. Reifen werden mit fachmännischen Blick genau begutachtet, und gefühlt eine Millionen anderer Dinge geschraubt, gemessen und dokumentiert. Alles für den sicheren Transport der Fahrgäste. Eine abschließende Fahrt durch die Waschanlage beendet meistens den Aufenthalt im Betriebshof und der Bus schert wieder in den Linienverkehr ein. Sollte es dennoch mal ein Fahrzeug nicht aus eigener Kraft in die Werkstatt schaffen, dann sorgen die Kollegen der mobilen Instandsetzung vor Ort für schnelle Abhilfe.

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Meine persönliche Reise geht weiter vom Betriebshof in die Leitstelle Bus NRW. Dort können zum einen alle Fahrzeuge in Echtzeit an den zahlreichen Monitoren angezeigt werden, zum anderen werden von hier aus Fahrzeuge und Personal disponiert Alle arbeiten Hand in Hand was die räumliche Nähe zueinander natürlich positiv unterstützt. Die zentrale Leitstelle in Münster bündelt seit 2013 den gesamten Busverkehr in NRW. Hier findet der Informations- und Kommunikationsaustausch mit den Fahrzeugen und deren Fahrerinnen oder Fahrern statt. Eine 24h Stunden-7-Tage-Besetzung ermöglicht die ständige Erreichbarkeit und schnellstmögliche Unterstützung, sollte diese erforderlich sein.

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Was wir von der Schiene bereits wissen, nämlich das Eisenbahnverkehr ein hochkomplexes System ist, kann man durchaus für den Busverkehr übernehmen. Viele Räder müssen dort ineinander greifen und reibungslos funktionieren, damit Fahrgäste ihre Reiseziele so pünktlich und komfortabel erreichen, wie sie es wünschen. Die bundesweit über 8300 Kolleginnen und Kollegen von DB Regio Bus geben dafür tagtäglich ihr ganzes Engagement und Knowhow. Mit hoher Motivation und viel Energie sorgen sie dafür, dass die roten Busse unermüdlich durch die Städte und übers Land rollen.
Ferdinand Schulze-Wierling, steht stellvertretend für alle Kolleginnen und Kollegen von DB Regio Bus. Er ist ein tolles Aushängeschild für dieses Geschäftsfeld und für einen Beruf, der so viel mehr erfordert als die pure Fahrtätigkeit.

– Gisa Blach

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BSW bei der Evakuierungsübung des neuen ICE 4

Evakuierungsübung des neuen ICE 4 Am 9. April 2016 fand auf dem Gelände der DB Systemtechnik GmbH in München-Freimann die Evakuierungsübung für den neuen ICE 4 statt. Katrin Pötschke…

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BSW bei der Evakuierungsübung des neuen ICE 4

2016-04-15

Evakuierungsübung des neuen ICE 4

Am 9. April 2016 fand auf dem Gelände der DB Systemtechnik GmbH in München-Freimann die Evakuierungsübung für den neuen ICE 4 statt. Katrin Pötschke bekam als BSW-Mitarbeiterin die einmalige Gelegenheit, diese Übung hautnah erleben zu dürfen und berichtet von dieser tollen Erfahrung.

Samstag, 12 Uhr: Das Basecap "Evacuation Rescue Team" sitzt, es kann also los gehen.

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Mit dem ICE 4 möchte das Unternehmen in eine neue Ära des Hochgeschwindigkeitsverkehrs starten. Dies kann natürlich nicht ohne eine Vielzahl an vorangehenden Tests geschehen, wie zum Beispiel einer Evakuierungsübung. Es muss nachgewiesen werden, dass in einem Gefahrenfall bis zu 250 Reisende in einem vom Eisenbahnbundesamt vorgegeben Zeitraum den Zug sicher verlassen können. In der Fachsprache, so erfahre ich, heißt das "typenrelevanter Zulassungstest".

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Als ich das erste Mal von der Evakuierungsübung höre, kommen mir spektakuläre Bilder mit Großaufgebot von Feuerwehr und Verletzungen mit Theaterschminke in den Sinn. So dramatisch war die Übung dann aber doch nicht. Trainiert wurde eine Evakuierung aufgrund eines technischen Defektes.
Nach dem Eintreffen und der Registrierung der Teilnehmer, die aus dem ganzen Bundesgebiet angereist sind, ging es in die Maschinenhalle, wo ich wieder mal feststellen konnte, dass die Eisenbahnerfamilie wirklich klein ist. Man trifft nicht nur Kollegen und Bekannte, sondern sogar den Nachbarn, der ebenfalls DB-Mitarbeiter ist.

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Kurz vor 12 Uhr war es dann soweit, Julius van Diepen, Versuchsleiter von der DB Systemtechnik GmbH begrüßte alle Teilnehmer und Gäste und erklärte den Ablauf: Für die Übung standen vier Wagen zur Verfügung. Wir wurden in sieben Gruppen eingeteilt und dann ging es auch schon los.
Erst einmal durften wir uns setzen, die neuen Sitze und Neuerungen im ICE 4 testen und auf die Durchsage warten. Kurze Zeit später wurden wir bereits auf der "Fahrt nach Hamburg" begrüßt. „Kurz nach Würzburg“ kam es dann zu technischen Schwierigkeiten, die leider nicht behoben werden konnten – es musste evakuiert werden. Wir standen also auf, verließen geordnet und zügig den ICE und beobachteten gespannt die weitere Evakuierung.
Im Ernstfall sind solche Situationen natürlich immer wenig unterhaltsam. Erst neulich wartete ich kurz vor Fulda auf Einfahrtgenehmigung in den Bahnhof. Diese war nicht möglich, da der Zug vor uns wegen Überfüllung teilevakuiert werden musste. Für den Reisenden sind solche Situationen immer ein Ärgernis. Gut, wenn man in diesen Momenten weiß, dass solche Situationen geübt werden und das geschulte Personal über Erfahrungswerte verfügt.

Am Ende gilt:
Trotz kleiner technischer Anlaufschwierigkeiten zu Beginn (Einstiegshilfen mussten nochmals in der Höhe nachjustiert und fixiert werden), konnte die Evakuierung im ICE 4 erfolgreich durchgeführt werden. Nach allen finalen Auswertungen lag der erste Versuch ein wenig über der vorgegebenen Zeit. Im zweiten Versuch konnten alle Personen im Zug allerdings weit unter den vorgegebenen drei Minuten evakuiert werden. Damit gilt die Evakuierungsübung als bestanden.
Beim anschließenden Grillbuffet wurden auch die Steaks in unter drei Minuten verputzt, was den spannenden Tag erfolgreich abrundete.
Ein großes Dankeschön an Martin Loibl von der DB Systemtechnik, der uns diesen Blick hinter die Kulissen ermöglichte und ein großes Dankeschön an das gesamte Evakuierungsteam.

– Katrin Pötschke

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Finden und gefunden werden

Es ist jeden Montag aufs Neue spannend: Wenn der Schlüssel zur Fundsachenstelle in Dortmund Hauptbahnhof umgedreht wird, dann ist bereits im Vorfeld klar: Dieser Tag wird arbeits-…

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Finden und gefunden werden

2016-01-11

Es ist jeden Montag aufs Neue spannend: Wenn der Schlüssel zur Fundsachenstelle in Dortmund Hauptbahnhof umgedreht wird, dann ist bereits im Vorfeld klar: Dieser Tag wird arbeits- und ereignisreich. Was erwartet die Mitarbeiter der Fundsachenstelle tatsächlich? Was wurde vergessen, ist liegengeblieben oder hat auf anderen, manchmal kuriosen Pfaden, den Weg in das kleine Büro gegenüber den Schließfächern gefunden?
Unter den wachsamen Augen des Dienststellenmaskottchens verschafft man sich erst einmal einen Überblick. Der Dienststellen-Tiger, so erfahre ich, wird Anlass- und Jahreszeitenbezogen gekleidet. Im Moment trägt er neutrale DB-Kleidung, aber spätestens zur Fußball-EM wird er passend umgestylt.

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Richard Schäfer, den langjährigen und erfahrenen Mitarbeiter der Fundsachenstelle, kann nur noch wenig beeindrucken. Es gibt kaum Dinge, die er während seiner Berufsjahre noch nicht als Fundsache registriert hat.
Wow, wer hätte gedacht, dass eine Fundsachenstelle sehr viel mit einem Friedhof gemeinsam hat? „Die Leute sterben immer und sie verlieren auch immer ihre Sachen“, erklärt Schäfer. Kaum ausgesprochen müssen wir beide über diesen Vergleich lachen, denn zugegebenermaßen hinkt dieser natürlich. Aber die Fröhlichkeit und die Begeisterung mit denen er seinem Job nachgeht, lassen auch viel Platz für Späße und das ist wunderbar zu erleben.
Mich interessiert, wie hoch die Rückgabequote ist und bin erstaunt zu erfahren, dass nahezu 65 Prozent der aufgegriffenen Fundsachen ihrem Eigentümer zurückgegeben werden. Das ist eine beachtliche Quote, wenn man bedenkt, dass an den wenigsten Objekten ein Name oder Kontaktdaten zu finden sind.
Es gibt sogar Situationen, in denen eine Adresse so schnell ausfindig gemacht werden kann, dass manche Leute noch nicht einmal bemerkt haben, dass Ihnen ein Gepäckstück oder ähnliches abhanden gekommen ist. „Das sind richtige Überraschungsmomente und man kann quasi durch das Telefon die Erleichterung und Freude hören“, freut sich auch Richard Schäfer.

Jeder Tag ist hier anders und genau aus diesem Grund mache ich diesen Job auch so gerne.

Richard Schäfer

Aufgegriffene Gepäckstücke werden, egal ob aus Schließfächern geholt oder im Zug vergessen, sofort geöffnet. Das muss so sein, da von außen nicht erkennbar ist um welchen Inhalt es sich handelt. Zusammen mit den Kundenservicemanagern wird dann entschieden, was mit den gefunden Sachen passiert, je nachdem ob sie zum Beispiel unhygienisch oder kaputt sind. Es herrscht bei der Entscheidungsfindung immer und ausschließlich das Vier-Augen-Prinzip.
Alle gefundenen Dinge werden per Datenbank mit den Verlustmeldungen abgeglichen. Die Suche innerhalb der Datenbank funktioniert über die Eingabe unterschiedlicher Stichworte. Man muss also durchaus detektivisches Geschick im Blut haben, aber durch jahrelange Erfahrung steigt der Erfolg. Die benachrichtigten Eigentümer haben dann drei Wochen Zeit um ihre Wertgegenstände abzuholen.
Manchmal geht es aber auch ganz schnell, dann bemerken die Eigentümer den Verlust unmittelbar und wenden sich gezielt hilfesuchend an Richard Schäfer und seine Kollegen. Ab und zu müssen die Eigentumsverhältnisse unter Einsatz von Händen und Füßen geklärt werden, denn der Bahnhof Dortmund ist ein Knotenpunkt mit internationalem Publikum, da besteht die Herausforderung der Verständigung auf beiden Seiten. Auch in solchen Situationen ist die Gelassenheit und Souveränität der Kolleginnen und Kollegen allseits gegenwärtig und in nahezu allen Fällen wird man sich einig.
In Deutschlands größter zentraler Fundsachenverwaltung in Wuppertal werden alle nicht abgeholten Fundstücke aus dem gesamten Bundesgebiet eingelagert. In riesigen Regalgängen befinden sich tausende von kleinen und großen Gepäckstücken, gefühlte millionen Regenschirme in allen Farben und Formen und alles was ein Mensch sonst noch so verlieren kann. 70 Tage bleiben die Sachen dort, danach werden sie auf Auktionen versteigert oder vernichtet.

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Wir verlassen das Büro und kontrollieren die Schließfächer. In der Regel werden diese nach 72 Stunden geöffnet. „Natürlich kann man uns auch Bescheid geben. Das machen Reisende manchmal, wenn sie wissen, dass sie das Fach über einen längeren Zeitraum hinweg benötigen. So etwas ist gar kein Problem. Wissen wir das, bleibt das Fach selbstverständlich unberührt“, erklärt man mir. „Wir versuchen alles möglich zu machen, das ist für uns absolut selbstverständlich“.
Es gibt übrigens keine Grenzen, wenn es darum geht, Eigentümern ihre Besitztümer wieder zurückzuschicken. Die Fundsachen gehen manchmal auf eine Reise über alle Kontinente. Große Dankbarkeit und viele nette Schreiben kommen aus aller Welt zurück nach Dortmund. Die Erleichterung der Menschen ist der größte Lohn für manchmal spektakuläre Recherchearbeiten. „Deshalb macht mir die Arbeit auch so viel Spaß“, wiederholt Richard Schäfer, und wer ihn erlebt, der glaubt ihm das ohne Zweifel.

Liebe Kolleginnen und Kollegen der Fundsachenstellen im ganzen Bundesgebiet: Dieser Bericht ist zwar in Dortmund Hauptbahnhof entstanden, er soll aber stellvertretend für Euch alle stehen. Aus vielen Berichten von anderen Orten weiß ich, dass jeder einzelne, ähnlich wie Richard Schäfer, agiert. Ein toller Einsatz und für Reisende, die etwas verloren haben, seid ihr von unschätzbarem Wert!

– Gisa Blach

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Gelebter Service zeigt sich überall

120.000 Reisende täglich, 1.000 Zugfahren pro Tag, 16 Bahnsteiggleise 120.000 Reisende täglich, 1.000 Zugfahren pro Tag, 16 Bahnsteiggleise, hunderte von Schließfächern – und…

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Gelebter Service zeigt sich überall

2015-12-11

120.000 Reisende täglich, 1.000 Zugfahren pro Tag, 16 Bahnsteiggleise

120.000 Reisende täglich, 1.000 Zugfahren pro Tag, 16 Bahnsteiggleise, hunderte von Schließfächern – und das ist nur ein Bruchteil der Bereiche, die es im Dortmunder Hauptbahnhof zu betreuen gilt. Kundenservice zu vermitteln ist etwas, das aus Überzeugung geschehen muss, damit er wirklich eine Brücke zwischen Kunde und Bahnbeschäftigtem wird. Die Rubrik Bahnblick soll in dieser Ausgabe transportieren, was ich während einer 24-Stunden-Schicht hautnah erlebt habe: Ich durfte eine beispiellose Erfahrung machen und Servicemitarbeiter begleiten, die alles dafür geben, damit Reisende zufrieden ankommen, umsteigen oder abfahren können.

Es ist Freitag, fast noch dunkel, aber in der Halle ist nichts von den frühen Morgenstunden zu merken. Als Mitarbeiter in diesem Tätigkeitsbereich ist man immer präsent, der Ansprechpartner Nummer eins, und mir wird schnell klar, wie anstrengend diese Aufgabe ist. Immer aufmerksam sein, die meiste Zeit draußen an der frischen Luft, egal bei welchem Wetter. Immer besonnen und ruhig bleiben, beruhigend einwirken, wenn Kunden aufgeregt sind. Mit einer Leichtigkeit – die ich bewundernswert finde, kommen alle Mitarbeiter – egal ob an Bahnsteigen, als Ansprechpartner der DB Information, in der 3-S-Zentrale oder in der Fundsachenstelle, diesem Auftrag nach. Jeder gibt kompetente Auskünfte oder steht mit Rat und Tat zur Verfügung.

In der Ruhe liegt die Kraft

Ich erfahre zum Beispiel, dass an jeder Notruftaste in Bahnhöfen eine Kameraüberwachung ge­währleistet sein muss. Das ist Vorschrift, und so befinden sich in der 3-S-Zentrale zahlreiche Bildschirme. Für die Beschäftigten des sogenannten Herzstücks im Bahnhof ist permanent ein hoher Grad an Konzentration gefragt, um die vielen Monitore im Blick zu behalten und damit Sicherheit zu gewährleisten. Nicht zu vergessen sind die Anrufe, die über Info- und Notruftasten hereinkommen: von der Fast-Food-Bestellung bis zur Frage nach dem Wetter ist alles möglich. Aber auch hier zeigen sich eine bewundernswerte Souveränität und ein durchweg freundlicher Ton. Das allgemeine Zauberwort heißt Ruhe: sie be­halten, ausstrahlen und weitergeben. Vieles wird dadurch so viel einfacher – für Kunden wie auch für Servicemitarbeiter.

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Trotz des am Abend stattfindenden Fußballspiels ist es erstaunlich ruhig. Das hätte ich anders erwartet, aber wahrscheinlich auch nur, weil mir die Routine fehlt. Kein einziger Mitarbeiter zeigt sich auch nur annähernd davon beeindruckt. Fans kommen in voll besetzten Zügen an, gehen durch die Halle zur U-Bahn oder verstauen ihre Sachen in den Schließfächern. Innerhalb kürzester Zeit sind diese nahezu alle belegt. Wer sich mit der Funktion der Schlösser nicht auskennt, dem wird unverzüglich geholfen. Den wachsamen Augen der Kundenservicemitarbeiter entgeht nicht das geringste Detail. Ein unsicherer oder hilfloser Blick reicht aus: Sofort wird Hilfe angeboten.

Freundliche Auskunft selbst in geografischen Fragen

Die Nachtschicht verbringe ich am Schalter der DB Information und komme dort lange Zeit nicht aus dem Staunen heraus. Ob Bochum, Witten, Dortmund-Dorstfeld, Wanne-Eickel oder Münster: Ich glaube, innerhalb weniger Minuten ist jede Stadt in Nordrhein-Westfalen mit der dazugehörigen Zugverbindung abgefragt worden – dicht gefolgt von der Frage nach Standorten von Geldautomaten, am liebsten nach den verschiedenen Geldhäusern gegliedert. Die kurioseste aller Fragen aber war die nach einem Hotel, das von seinen Gästen nicht mehr gefunden wurde. Faszinierend, denn es lag fast am anderen Ende von Dortmund, und ich frage mich, wie man es im Umkreis des Bahnhofs suchen kann, wenn man vorher schon eingecheckt hat. Als die Fragesteller aber schließlich zufrieden den richtigen Weg einschlagen, sehe ich in den Gesichtern der Mitarbeiter, dass sie sich einfach freuen, geholfen zu haben.

Service funktioniert nur, wenn man davon überzeugt ist

Reisende kommen und gehen; kaum einer macht sich eine Vorstellung davon, was hinter den Kulissen geschieht, damit alles so funktioniert, wie es sich für einen Bahnhof der Kategorie eins gehört. „Unser Anspruch ist es, täglich alles dafür zu geben, unseren Kunden den bestmöglichen Eindruck zu vermitteln. Reisende sollen sich in unserem Bahnhof wohlfühlen“, so Bahnhofsmanager Jörg Seelmeyer, und es besteht kein Zweifel daran, dass dieser Anspruch von allen mitgetragen und gelebt wird. „Wenn es meinen Mitarbeitern gut geht, dann geht alles gleich ein bisschen einfacher. Deshalb bin ich auch schon so lange aus Überzeugung BSW-Förderer: weil ich damit einen verlässlichen Partner an meiner Seite weiß.“

Die Nacht zieht dahin und irgendwann wird es ruhiger im Bahnhof. Das ist der Zeitpunkt, an dem ich merke, was die ganzen Eindrücke und Erlebnisse der letzten Stunden in mir bewirken. Ich bin wirklich geschafft und freue mich, als die Ablösung kommt.

Der Anteil der Servicemitarbeiter, die in drei Schichten jeden Tag alles dafür tun, dass der Aufenthalt für Gäste so angenehm wie möglich verläuft, kann gar nicht deutlich genug hervorgehoben werden. Der ein oder andere wird bestimmt in Zukunft mit einem anderen Blick die Bahnhofshallen durchqueren oder am Bahnsteig warten. Für mich jedenfalls war es eine grandiose Erfahrung, einmal hinter die Kulissen zu schauen. Danke an alle, die dazu beigetragen haben, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Hätte ich eine rote Kappe, ich würde sie vor euch ziehen!

– Gisa Blach

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Redaktion BSW

Kennt ihr schon den „Bahnblick“? Als größter Sozialpartner der DB AG ist es uns wichtig, auch die Tätigkeitsbereiche der Bahn vorzustellen, die nicht unbedingt im täglichen Fokus stehen.

– Gisa Blach

Ein Bahnchef zum Anfassen

Wie sieht der Arbeitsalltag des DB-Vorstandsvorsitzenden aus? Ist er geprägt von Schreibtischarbeit oder vom Pendeln zwischen Orten und Terminen? Wir werfen einen Blick in die oberste…

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Ein Bahnchef zum Anfassen

2015-11-01

Wie sieht der Arbeitsalltag des DB-Vorstandsvorsitzenden aus? Ist er geprägt von Schreibtischarbeit oder vom Pendeln zwischen Orten und Terminen? Wir werfen einen Blick in die oberste Vorstandsetage des Bahnkonzerns: auf Dr. Rüdiger Grube.

Wir treffen uns in München zum sogenannten Regionentag, und der Plan für diesen Tag sieht viele Besuche in den unterschiedlichsten Geschäftsfeldern vor. Los geht es bei DB Systemtechnik.
Ich bin beeindruckt von dem, was sich an innovativer Arbeit hinter diesem Geschäftsfeld verbirgt. Forschung, Weiterentwicklung und globale Zusammenarbeit prägen den Erfolg dieser leider unbekannten Einheit – denn wer kann sich schon etwas unter einem Tunnelknall vorstellen? Das geballte Fachwissen begeistert nicht nur Rüdiger Grube; auch ich bin gefangen in einer für mich neuen Welt, die mich aber sofort fasziniert.

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Eng getaktet

Viel zu schnell ist der Aufenthalt hier zu Ende. Klaus-Dieter Josel, der Konzernbevollmächtigte für den Freistaat Bayern, hat den Zeit- und Ablaufplan ganz genau im Visier und achtet streng auf dessen Einhaltung. So steigen wir rasch in den Shuttlebus, der für den heutigen Tag als Transportmittel bereit steht, und erreichen die Städtische Kindertageseinrichtung am Werner-Egk-Bogen. Dort erhalten die Kinder Bücherkoffer – ein persönliches Anliegen von Rüdiger Grube, da für ihn die Förderung junger Menschen einen sehr hohen Stellenwert hat.
Auf dem folgenden 20-minütigen Weg erhält der Bahnchef das Briefing für die nächsten Termine; es werden Telefonate geführt und politische Tendenzen für die Bahn in Bayern besprochen. Das Ganze in einem Tempo und mit so vielen Details, dass ich mich nicht zum letzten Mal an diesem Tag frage, wie es möglich ist, sich das alles zu merken.

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Kontakt zur Basis

Wir steigen am Hauptbahnhof aus und es passiert das, wofür Rüdiger Grube bekannt ist und sehr geschätzt wird. Der persönliche Kontakt zu seinen Mitarbeitern vor allem an der Basis ist ihm überaus wichtig, und er achtet sehr darauf, dass er möglichst viel Zeit dort verbringen kann. Er begrüßt die Kollegen der DB Information, erkundigt sich bei Mitarbeitern von DB Services über die Reparatur an einer der Rolltreppen – da erkennt man den Ingenieur in ihm; in der Welt der Schaltkreise fühlt er sich sichtlich wohl –, schaut schnell im Reisezentrum vorbei, grüßt einen Kollegen, der gerade ein Geländer reinigt. Keiner wird übersehen, und immer wieder treffen wir auf Mitarbeiter, die auf die Gelegenheit warten, ihm einmal die Hand schütteln zu können. Die Freude ist jedes Mal auf beiden Seiten groß.

Kaum in der DB Lounge eingetroffen, schaut er schon in der Küche vorbei, sehr zur Freude der diensthabenden Mitarbeiter. Das ist der Zeitpunkt – mittlerweile ist Nachmittag –, an dem ich mich frage, wann der Mann eigentlich mal etwas isst oder trinkt. Weiter geht es zu den Gruppenleitern des Fernverkehrs. Deren unermüdlichen Einsatz gerade in der Anfangsphase der Flüchtlingswelle würdigt er besonders. Ihm ist wichtig, dass der Dank auch an die Kollegen auf den Zügen weitergeben wird.
Den Abschluss des Regionentages bildet der Besuch bei DB Sicherheit. Auf eindrucksvolle Art demonstrieren die Kollegen in nachgestellten Szenen ihre Arbeit. Es ist bewundernswert, wie deeskalierend und besonnen sie agieren.

Mit Leidenschaft

An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich Rüdiger Grube durchaus auch kritischen Anmerkungen stellen muss. Es gibt stets Verbesserungsbedarf, Abläufe oder Weisungen, die nicht immer für alle nachvollziehbar sind. Wichtig ist der wertschätzende Umgang damit, und das hat der Bahnchef kompromisslos an jeder Stelle getan.
Ich habe ihn einmal mehr an diesem Tag als einen Mann kennengelernt, der seine Aufgaben leidenschaftlich ausführt. Dabei nimmt er sich selbst nie zu wichtig oder ist sich zu schade, tatkräftig mit anzufassen. Es war mir möglich, einen kleinen Einblick des „Menschen“ Rüdiger Grube zu erhalten – ein Mann, der sehr gerne mit dem Zug unterwegs ist und sich dabei am liebsten im Bordbistro aufhält und Currywurst isst. Der jedem Mitarbeiter sagt, wie wichtig dessen Arbeit für den Erfolg des Gesamtunternehmens ist. Der sich persönlich um unendlich viele Kleinigkeiten kümmert, einfach weil es ihm wichtig ist.

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Die Sorgen der Mitarbeiter

Der Kontakt zu den Mitarbeitern ist ihm sehr wichtig, denn dort „mit dem Ohr an der Basis bekomme ich ungefiltert mit, wo der Schuh drückt“, erklärt er mir. Wichtig sei ihm, möglichst oft mit gutem Beispiel voranzugehen. „Veränderungen fangen immer bei einem selbst an. Es ist menschlich verständlich, dass Veränderungen bei vielen erst einmal zu Verunsicherungen führen Deshalb müssen wir die Sorgen der Mitarbeiter ernst nehmen und sie mitnehmen. Kommunikation ist alles!“
Als es Zeit wird, sich voneinander zu verabschieden, nehmen wir uns ein paar Minuten, um über das BSW zu reden.
Sie wissen, wie sehr ich die Arbeit des BSW schätze, und ich bin dankbar dafür, dass wir als DB Konzern unseren Mitarbeitern über das BSW eine große Auswahl an Sozialleistungen zur Verfügung stellen können. Die Stiftung BSW sorgt für Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. — Dr. Rüdiger Grube

Rüdiger Grube legt ein Tempo und ein Pensum vor, über das ich nur staunen kann. Während ich abends völlig erledigt im ICE sitze, geht es für ihn direkt an den Schreibtisch, um sich um all das zu kümmern, was während seiner Abwesenheit liegen geblieben ist und seine persönliche Bearbeitung erfordert.

Ich bin einmal mehr fasziniert von dem, was ich erlebt habe. Diese Reportage war wieder ganz anders als die vorangegangenen. Eines aber haben sie alle gemeinsam: Es sind einzigartige Erfahrungen!

– Gisa Blach

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Babette schrieb am 12.06.2017

Ein Bild mit viel Symbolik :-) https://www.elektropruefungen.info

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Am heutigen DB-Regionentag in Bayern sucht…

2015-10-22

Am heutigen DB-Regionentag in Bayern sucht Rüdiger Grube den Kontakt zur Basis und stellt sich den Fragen der Bahnbeschäftigten. Wir können sehen, dass es ihm wichtig ist, jeden einzelnen Kollegen persönlich zu begrüßen.

– stiftungbsw

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Bahnchef Grube beim bundesweiten Vorlesetag nach…

2015-10-22

Bahnchef Grube beim bundesweiten Vorlesetag nach der Übergabe des DB-Vorlesekoffers in einer KiTa der Stadt München. Eine wirklich tolle Aktion, die Kids haben sich gefreut und sind ganz aufgeregt. Und wir sind dabei!

– stiftungbsw

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Eisenbahn ein 24 Stunden Betrieb

Wie und wann werden eigentlich Güterzüge zusammengestellt? Es sind die Kollegen von DB Schenker Rail in ganz unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen, die dies Tag und Nacht erledigen.…

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Eisenbahn ein 24 Stunden Betrieb

2015-10-15

Wie und wann werden eigentlich Güterzüge zusammengestellt? Es sind die Kollegen von DB Schenker Rail in ganz unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen, die dies Tag und Nacht erledigen. Der „Bahnblick“ beschäftigt sich dieses Mal vor allem mit den Güterzügen, die in den Nachtstunden unterwegs sind. Damit diese aber überhaupt ihre Fahrt aufnehmen können, ist eine komplexe Vorbereitung nötig.

Eine solch komplexe Vorbereitung hatte ich in diesem Ausmaß nicht erwartet. Eigentlich hätte ich es aufgrund meiner Erfahrungen ahnen können, aber man wird doch immer wieder überrascht.

Ein Rad greift ins andere

Das Wort Prozesskette ist an dieser Stelle einfach goldrichtig und bestätigt mich wieder einmal in der Erkenntnis, wie sehr der Großkonzern DB AG davon lebt, dass buchstäblich ein Rad in das andere greift. Termine, Uhrzeiten, Abläufe: Alles muss hundertprozentig aufeinander abgestimmt sein, damit es am Ende passt oder, wie in diesem Fall, ein Güterzug auf der Schiene fährt.
Wer nachts schon einmal auf dem Bahnsteig des Bahnhofs Fulda gesessen hat, dem wird es vermutlich so ergangen sein wie mir: Niemals hätte ich für möglich gehalten, dass durch diesen nicht gerade großen Bahnhof dermaßen viele Güterzüge fahren.

Im Minutentakt hört man sie schon von Weitem, wenn sie sich mit gemäßigter Geschwindigkeit nähern oder – sofern die Signale auf Durchfahrt stehen – mit einem enormen Luftzug durch den Bahnhof fahren. Die Kraft dieser bis zu 700 Meter langen und bis zu 4.000 Tonnen schweren Züge ist auch aus sicherer Entfernung nahezu greifbar und vermittelt mir durchaus Respekt.

Dem Sonnenaufgang entgegen

Manchmal muss einer der Stahlkolosse anhalten, weil das Signal auf Halt steht. Dann ergibt sich ein kurzer Blick in den Führerstand der Lok oder auch ein kleines Gespräch, denn es ist nicht unbedingt alltäglich, dass jemand in der Dunkelheit steht und sich einfach nur für Güterzüge interessiert – wie ich in diesem Fall. „Ich fahre gerne durch die Nacht“, erklärt mir ein Kollege, der auf dem Weg von München Ost Richtung Norden ist.

„Meistens habe ich grüne Welle und komme gut durch. Die Dunkelheit macht mir nichts aus, daran habe ich mich gewöhnt. Und wenn ihr euch morgens aus dem Bett quält, dann habe ich Feierabend und mit einem bisschen Glück sogar schon einen Sonnenaufgang erlebt. Diese Momente mag ich“, sagt er, schiebt das Seitenfenster seines Führerstands zu, und mit einem leichten Ruck setzt sich sein tonnenschwerer Zug in Bewegung. Ich stelle es mir einsam vor, so alleine durch die Nacht zu fahren, habe aber bei allen Kurzgesprächen den Eindruck gewonnen, dass es die entsprechenden Kollegen gerne machen.

Klare Regeln

Damit die großen Züge auf die Reise gehen können, sind vorher die Kollegen aus dem Lokrangierdienst gefordert – die deutlich mehr machen als Wagen hintereinander zu koppeln, denn so einfach geht´s nun auch nicht. Sehr schnell wurde mir vor Augen geführt, wie kompliziert die Abläufe, Regeln, Weisungen und Vorschriften sind. Es fängt damit an, dass die Reihenfolge der Wagen davon abhängt, welche als erstes wieder den Verbund verlassen, sprich: abgekoppelt werden. Entscheidend sind auch deren Inhalte: Gefahrgut muss ganz speziell behandelt werden, darf nicht unbedingt mit anderen, wiederum genau definierten Stoffen in einem Verbund fahren, und weitere gefühlte eine Million Wenns und Abers sind zu beachten.

Wie kann man sich das nur alles merken? Ich bin grenzenlos überfordert! Aber genau dafür gibt´s ja die Kollegen, die das von der Pieke auf gelernt haben und über jahrelange Erfahrung verfügen: „Wir wissen einfach, was gemacht werden muss“, so ein Kollege am Standort Wetzlar. In drei Schichten werden dort Firmen aus dem ganzen Umland, die einen Gleisanschluss besitzen, mit Leerwagen versorgt und terminiert abgeholt, im Wetzlarer Güterbahnhof zusammengestellt, um von dort aus entweder weiter rangiert und an einem der großen Zugbildungsanlagen zu einem Ganzzug zusammengesetzt
zu werden oder direkt vom Standort in Mittelhessen aus loszufahren.

Die eigene Sicherheit ist oberstes Gebot

In der Dämmerung sehe ich immer wieder die Reflektorstreifen der Warnkleidung, die hell im Licht der Scheinwerfer aufleuchten. Faszinierend für mich ist, dass sich alle auf dem groben Schotter im Gleisbett zwischen Wagen und Loks so souverän und sicher bewegen. „Die größte Gefahr besteht darin, dass man aufgrund der Routine leichtsinnig oder unaufmerksam wird. Während der Arbeit musst du ständig voll konzentriert sein, gerade in der Teamarbeit – hier wird Sicherheit, Verantwortung und Zusammenarbeit sehr groß geschrieben“, erzählt mir ein Dreier-Team auf ihrem Weg zum nächsten Wagenpark.

Ich finde es hochspannend, das emsige Treiben mit Abstand zu betrachten. Überall gibt es etwas zu beobachten und zu hören. Die Geräuschkulisse erstreckt sich von Fahrgeräuschen über Funkgespräche und dem Knallen der Puffer bis hin zum sehr lauten Signalpfeifen der Loks. Das ist Eisenbahngeschäft pur! Was sich wohl hinter diesen verschlossenen Ladetüren verbirgt und wohin die Wagen dort drüben diesmal fahren? „Lokrangierführer ist ein Knochenjob. Viel Arbeit draußen bei Wind und Wetter. Das merkst Du irgendwann am ganzen Körper. Ich habe vor zwei Jahren einen eurer Fitnessaufenthalte für Aktive ausprobiert. Tolle Sache!

Meinem Rücken hat´s geholfen und ich habe einige Tricks gelernt, wie ich mich rückenschonender verhalten kann“, sagt ein langjähriger BSW-Förderer, der den neuen Kollegen gerne vom BSW und dem EWH erzählt. „Wenn wir im Team aufeinander achtgeben, dann wirkt sich das in allen Bereichen positiv aus“. Danke an alle Kollegen, die es wieder einmal möglich gemacht haben, das Bahnwissen von mir und sicher auch von einigen Lesern zu erweitern bzw., dass sich der eine oder andere wiederfindet – sei es, weil er sich manche Frage auch schon gestellt hat oder weil er in diesem Bereich arbeitet bzw. gearbeitet hat.

– Eva Knußmann

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Teamwork ist alles!

Könnten sie reden, dann wäre jede ihrer Geschichten einzigartig. Die Rede ist von Güterwagen, die tagtäglich im Verbund mit vielen verschiedenen Wagengattungen an Bahnsteigen vorbeirauschen…

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Teamwork ist alles!

2015-09-08

Könnten sie reden, dann wäre jede ihrer Geschichten einzigartig. Die Rede ist von Güterwagen, die tagtäglich im Verbund mit vielen verschiedenen Wagengattungen an Bahnsteigen vorbeirauschen und als lange Schlange durch die Landschaft fahren. So vielfältig wie ihr Transportgut, so umfangreich ist auch die Instandhaltung eines jeden einzelnen Wagens.

Die Antwort auf die Frage, wo und wie solche Wartungen und Reparaturen ablaufen, hat mich für diesen Bahnblick-Artikel nach München Nord geführt, genauer gesagt in das Instandhaltungswerk von DB Schenker Rail. Hier arbeiten insgesamt 54 Mitarbeiter in der Güterwageninstandhaltung in zwei Schichten daran, dass die unterschiedlichsten Wagen, und seit Sommer 2014 auch Loks, immer einwandfrei funktionieren. Durchschnittlich 42 Wagen werden jeden Tag überprüft und repariert. Das erfordert viel organisatorische und dispositive Vorarbeit, die vor allem von den Verwaltungsmitarbeitern erledigt wird, damit die Kolleginnen und Kollegen im operativen Werkbereich die konkreten handwerklichen Arbeiten durchführen können.

Unüberhörbar ertönt die Signalsirene und das Werkstor hebt sich an. Langsam schiebt die Rangierlok einen Wagenpark in die Instandhaltungsgleise. Die sechs Werksgleise sind für unterschiedliche Arbeiten vorgesehen. Da gibt es reine Reparaturgleise, eines ausschließlich für Loks und zwei weitere für die Wagen, die eine komplette Revision durchlaufen müssen. Hierbei handelt es sich um eine Art TÜV, den jeder Wagen und jedes Fahrzeug nach genau definierten Zeitabständen durchlaufen muss. Fest zugeteilte Teams garantieren gut aufeinander abgestimmte Arbeitsabläufe.

Ich bin hauptsächlich an den beiden Revisionsgleisen vorgesehen. Dort stehen die aktuellen Objekte für den Tag, nämlich Autotransportwagen. In ersten Schritten werden von den Facharbeitern und den drei anwesenden Azubis erst einmal die ganz offensichtlichen Mängel behoben. Das war in unserem Fall der Austausch beider Seilzüge. Ich versuche möglichst nicht im Weg zu stehen, aber dieses Vorhaben gestaltet sich durchaus schwierig. Relativ schnell wird deutlich, dass diese Tätigkeiten körperlich wirklich anstrengend sind. Ich hätte mal zählen sollen, wie oft jeder einzelne auf den Wagen hinauf- und wieder heruntergestiegen ist. Dazu natürlich das schwere Werkzeug. Die Schraubenschlüssel haben ganz schön Gewicht, das darf man in Summe über eine ganze Schicht gesehen nicht unterschätzen. Allein die Bremsklötze für die Wagen wiegen mehrere Kilo und Plattfedern können nur mit Gabelstapler unter den Wagen gehoben werden. Das verdeutlicht, um welche Gewichtsklassen es sich hier handelt.

Laut ist es. Es wird gehämmert, geklopft, verklemmtes gelöst und dann fliegen auch noch im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen, denn natürlich wird auch geschweißt. Ehe ich mich versehe stehe ich im Funkenregen und bin sehr froh über die Anstoßkappe und Schutzbrille auf meinem Kopf. Überhaupt ist mir mehr als einmal klar geworden, wieso die Sicherheitsbestimmungen für die Mitarbeiter so hoch sind: Bei diesen Tätigkeiten sind die Verletzungsmöglichkeiten einfach sehr groß. Um das von vorneherein zu verhindern sind so schicke Anstoßkappen, Sicherheitsschuhe und Signalkleidung sehr sinnvoll.
Meine persönliche Überraschung war ja die Erkenntnis, dass gerne Holz als Material für Wagenböden verwendet wird. Es gibt im Werk sogar eine Werksschreinerei mit eigenem Schreinermeister. Warum nimmt man kein Metall? Scheint mir doch wesentlich stabiler? Vollkommen falsch gedacht, Holz ist das wesentlich unempfindlichere Material. Denn, platzt bei Metallböden die Schutzschicht ab, dann sind diese sofort schutzlos dem Rost und anderen Witterungs- und Umwelteinflüssen ausgesetzt. Klingt logisch. Genau in dem Moment als mir diese Zusammenhänge erklärt werden, wird ganz langsam ein sogenannter E-Wagen vorbeigeschoben. Diese Art Wagen wird gerne für den Transport von Altmetall und Schrott verwendet. Damit möglichst viel Metall in die Wagen hineinpasst, werden diese beim beladen richtig fest hineingepresst. Das hat zur Folge, dass die Seitenwände durch den Druck nach außen gedrückt werden können. Bis zu einem bestimmten Ausdehnungsgrad ist das akzeptabel, allerdings werden diese Wagen im Werk dann in die Presse gezogen und wieder in Form gedrückt. Es ist faszinierend zu beobachten, welche Kräfte dort einwirken, damit der Wagen hinterher wieder Formschön ist.

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Zurück an meinem Autotransportwagen zähle ich mittlerweile vier Mitarbeiter und drei Azubis, die damit beschäftigt sind, Bremsen zu wechseln und den Unterflur genau zu inspizieren. Trotz der allgemeinen Lautstärke im Werk herrscht eine ruhige Arbeitsatmosphäre, die Souveränität aller Mitarbeiter trägt dazu sehr wesentlich bei. Alle Arbeitsabläufe laufen Hand in Hand und es wird sich gegenseitig geholfen und unterstützt. Dabei zeigt sich, wie wichtig gut funktionierende Teamarbeit ist, denn als alle drei Achsen des Wagens gewechselt werden müssen, nehmen alle ganz automatisch eine Position an einer der achter Hebebühnen ein, damit der Wagen gleichmäßig in die Höhe befördert werden kann. Gerade beim Thema Radsätze herrschen sehr strenge und hohe Sicherheitsbestimmungen und Qualitätsstandards. Der Wechsel gehört zum täglichen Geschäft, was für mich auch die vielen neuen Achsen in den Gleisen vor der Halle erklärt. Dass die riesigen Achsen nach dem Anheben ganz locker und leicht unter dem Wagen heraus gerollt werden können, finde ich einfach nur beeindruckend.

Während eines Gangs in das umfangreiche Materiallager kommen mir die Kollegen des mobilen Wagenservice entgegen, denn sie benötigen einen Ersatzpuffer für ihren nächsten Einsatz. Zu zweit packen sie den Stahlkoloss und weg sind sie auch schon wieder. Im mobilen Wagenservice geht es oft um möglichst kurze Ausfallzeiten, was den Arbeitsdruck natürlich enorm erhöht. Der mobile Wagenservice umfasst Arbeiten an Güterwagen, die entweder nicht mehr bis ins Werk gefahren werden können, oder deren Schäden ohne viel Aufwand direkt vor Ort erledigt werden können. Das verringert die Ausfallzeiten und spart somit Geld.
Kurz vor Schichtende geht´s dann an die Dokumentation der erledigten Arbeiten. Ja, es ist viel bürokratische Arbeit, aber diese ist unerlässlich für Sicherheit, lückenlose Prozessketten und somit auch für Garantien. Eine Arbeit, die lästig, aber auch unerlässlich ist.

Viele junge Mitarbeiter gehören mittlerweile zum Werk. Eine Entwicklung, über die sich der Teamchef Gerald Burghart sehr freut: „Durch die zum Teil doch schwere körperliche Arbeit ist es gut, wenn wir unsere Teams ausgeglichen halten können. Das garantiert jugendliche Stärke und langjährige Erfahrung optimal vereint. Wir freuen uns, wenn fertig ausgebildete Azubis sich nach ihrer Lehre dafür entscheiden bei uns zu bleiben“.
Während unseres Abschlussgespräches erzählt er sehr offen, dass die Stiftung BSW für ihn bisher keine große Relevanz hatte, aber dank des unermüdlichen Einsatzes der beiden Betriebsräte Manfred Neuner und Norbert Zänkert ist er mittlerweile von den Leistungen der Stiftung überzeugt. „Für mich als Teamleiter ist das Wohl der Mitarbeiter ein ganz wesentlicher Bestandteil des reibungslosen Ablaufes hier im Werk. Sowohl Präventionsmaßnahmen, als auch spontane oder akute Unterstützung durch das BSW sind enorm hilfreich und für mich eine große Erleichterung, da ich genau weiß, wohin ich mich wenden kann, wenn einer meiner Mitarbeiter einmal Hilfe benötigt. Deshalb bin auch ich ab sofort dabei!" Diese Resonanz freut mich natürlich, auch weil absehbar ist, dass die Stiftung BSW in dem Werk an der Ludwigsfelder Straße bestimmt in Zukunft keine untergeordnete Rolle mehr spielt.

Auch für diesen Artikel durfte ich wieder tolle und lehrreiche Erfahrungen sammeln. Es war ein hochspannender Tag, an dem ich sehr viel gelernt habe. Danke an das Team, das ich den ganzen Tag begleiten durfte und an alle, die diese Reportage zu einem wahren Erlebnis gemacht haben. Meine Arbeitshandschuhe, die ich als Souvenir behalten durfte, haben in meinem Büro einen Platz eingenommen an dem ich sie sehe und mich somit immer wieder an den tollen Tag erinnern kann.

– Gisa Blach

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Unsere Sicherheit ist ihr Job

Ein Blick hinter die Kulissen von DB Sicherheit Sie sorgen dafür, dass wir uns in Bahnhöfen und S-Bahnen sicher fühlen: Die Kollegen von DB Sicherheit. Aber was genau gehört eigentlich…

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Unsere Sicherheit ist ihr Job

2015-07-13

Ein Blick hinter die Kulissen von DB Sicherheit

Sie sorgen dafür, dass wir uns in Bahnhöfen und S-Bahnen sicher fühlen: Die Kollegen von DB Sicherheit. Aber was genau gehört eigentlich zu Ihren täglichen Aufgaben und was erleben die Kollegen in ihrem Berufsalltag?

Die Kollegen von DB Sicherheit bewachen Gebäude, stehen als Begleitpersonal in S-Bahnen vor allem in den Abendstunden bereit und sorgen in vielen Bahnhöfen dafür, dass es ruhig und sicher ist.
Vieles von dem, was den Arbeitstag bestimmt, ereignet sich im Verborgenen, denn die Kollegen sind selbstverständlich um wenig Aufsehen bemüht. Das tun sie nicht etwa, weil sie nicht in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden möchten, sondern weil Ruhe und Diskretion und damit verbunden oft auch Deeskalation die Grundausrichtung ihres Handelns ist.
Dies bezieht sich vor allem auf diejenigen Mitarbeiter, die als Sicherheitspersonal in S-Bahnen mitfahren oder als Zivilstreifen die Fahrkartenkontrollen übernehmen. Für die Fahrgäste sind sie dann nicht sofort erkennbar, was vor allem Reisenden ohne gültigen Fahrausweis die rechtzeitige Flucht aus der Bahn deutlich schwieriger macht.
Die persönliche Sicherheit steht immer an oberster Stelle, aus diesem Grund sind Streifen oft zu dritt, manchmal auch zu viert oder mehr unterwegs. Das ist abhängig von Einsatzort und -uhrzeit.

Stark ausgeprägter Dienstleistungsgedanken

Der souveräne Umgang mit prekären Situationen und ein konsequentes Auftreten bei der Zugangskontrolle zu DB-Gebäuden: Beides erfordert ein gesundes Maß an Menschenverstand im Zusammenspiel mit einer starken Dienstleistungsorientierung. Durch souveränes Auftreten Sicherheit vermitteln, sich möglichst wenig aus der Ruhe bringen lassen – Prämissen, welche die Kollegen jeden Tag erbringen. Voraussetzung dafür ist ein regelmäßiger und kontinuierlicher Fortbildungsunterricht, denn nur so können die permanent hohen Anforderungen an die Arbeitsqualität, mit der die Kollegen ihren Job ausführen, gewährleistet werden.
Vor allem in den letzten Jahren ist das Sicherheitsbedürfnis von Besuchern und Fahrgästen erheblich angestiegen. Eine gesteigerte Präsenz von DB Sicherheit in Bahnhöfen und Bahnen ist deutliches Zeichen für die Wichtigkeit dieses Themas. Bundesweit arbeiten die mehr als 2.200 qualifizierten Mitarbeiter dafür, rund um die Uhr, einen zuverlässigen Schutz- und Sicherheitsdienst zu gewährleisten.
Deeskalation ist dabei ein großer Bestandteil, und in regelmäßigen Schulungen sowie Trainings werden verschiedene Szenarien immer wieder durchgespielt, damit während der Dienstschichten die erforderliche Souveränität und Ruhe gewahrt werden kann. Das erfordert viel Selbstkontrolle und Disziplin.

Abstand zur Situation

Um die Belastungen nicht mit nach Hause zu nehmen, darum kümmern sich die Teamleiter und Trainer. Gerade als Sicherheitspersonal in S-Bahnen ist es nicht leicht, Beleidigungen, Denunzierungen oder manchmal auch tätliche Angriffe wegzustecken – ein anstrengender Job, vor allem für das Selbstwertgefühl: „Da musst Du höllisch aufpassen, dass Du immer den gesunden Abstand zur Situation wahrst. Meistens bin ja nicht ich persönlich gemeint, sondern ich bin nur der Blitzableiter“, erzählt eine junge Mitarbeiterin.
„Nach einer anstrengenden Schicht freue ich mich auf zuhause. Meine Familie lässt mich den Stress dann sehr schnell vergessen. Vielleicht mache ich zusammen mit unseren beiden Kindern im nächsten Jahr eine Mutter-Kinder Kur. Ich glaube, das könnte uns allen gut tun, und an der Ostsee waren wir noch nie.“

Die Aufgabengebiete bei der DB Sicherheit könnten unterschiedlicher kaum sein. Daraus ergibt sich zum einen natürlich eine große Vielfältigkeit für die Mitarbeiter, verschiedene Arbeitsbereiche kennenzulernen; zum anderen warten auch sehr viele Herausforderungen. Ich bin etwas nachdenklich, während ich diesen Bericht schreibe. Alle Kolleginnen und Kollegen machen einen wirklich hervorragenden Job, und ich habe durchweg immer hilfsbereite und sehr freundliche Kollegen angetroffen. Mein Respekt gehört denen, die als Sicherheitskräfte an Bahnsteigen und in Zügen eingesetzt sind, denn das ist wahrlich kein leichter Job.

– Gisa Blach

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