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Was ist Stress?

Fachartikel von Martina Menzel, systemische Therapeutin im BSW Etwa 23 Prozent der Menschen in Deutschland fühlen sich häufig gestresst. Das heißt, dass knapp 19 Millionen Menschen…

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Was ist Stress?

2017-04-10

Fachartikel von Martina Menzel, systemische Therapeutin im BSW

Etwa 23 Prozent der Menschen in Deutschland fühlen sich häufig gestresst. Das heißt, dass knapp 19 Millionen Menschen niemals ganz abschalten können. Fast genauso viele haben schon einmal so extremen Stress erlebt, dass sie ihn alleine nicht mehr bewältigen konnten.
Dauerhafter Stress kann zu psychischen Erkrankungen wie Depression oder Burnout führen. Warum wir uns gestresst fühlen, dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Meist liegen sie im Arbeitsumfeld oder werden durch Konfliktsituationen, insbesondere im privaten Umfeld, hervorgerufen. Doch was ist Stress eigentlich?

Schon das Wort Stress verursacht Stress

Ursprünglich stammt der Begriff aus der Materialprüfung und meint die Anspannung und Verzerrung von Metallen. Der Mediziner Hans Selye verwendete den Begriff in den 1930er-Jahren erstmals in der Psychologie und bezeichnete damit jede Belastung, Anstrengung und jedes Ärgernis, denen ein Lebewesen täglich ausgesetzt ist.
Heute verwenden wir das Wort Stress oft für alles, was mit einer gewissen Anstrengung verbunden ist: Einen normalen Arbeitstag, das Einkaufen von Lebensmitteln, vielleicht sogar ein Treffen mit Freunden nennen wir stressig, ohne viel darüber nachzudenken.
Allein der unbedachte Gebrauch des meist negativ besetzten Wortes erzeugt ein Gefühl unangenehmer innerer Anspannung und macht normale Alltagssituationen zu überfordernden Belastungen. Die Folge ist oft, dass wir uns selbst in eine Erschöpfung hineinreden. Durch unsere Bewertung erzeugen wir das, was wir befürchten. Manchmal ist der Satz: „Ich bin total im Stress“ aber auch ein Statussymbol, das auf die eigene Wichtigkeit und Unersetzlichkeit hinweisen soll.

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Stress als Herausforderung

Sinnvoll ist daher eine enger gefasste Definition: Stress entsteht durch eine (meist unangenehme) Anforderung, die wir mit unseren Fähigkeiten nicht bewältigen können, die uns bedroht und überfordert. In solchen Situationen ist es ratsam und sinnvoll, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Der Begriff sollte also mit Bedacht verwendet werden und nur dann, wenn es – so objektiv wie möglich betrachtet – auch so ist. Bezeichnet man eine an sich nicht-stressige Situation beispielsweise als „interessante Herausforderung“ verändert man meist auch die eigene Haltung dazu.

Unterscheidung ist wichtig

Diese Differenzierung ist keine Wortklauberei: Für eine gesundheitsfördernde Lebensweise ist es sehr wichtig, zwischen negativer Stressbelastung und interessanter Herausforderung zu unterscheiden. Nur so können wir das eine in das andere verwandeln oder uns umgekehrt davor bewahren, schädigenden Stress schön zu reden.
Akuter Stress muss nicht immer schädlich sein. Ganz im Gegenteil: Er kann sogar neuen Schwung in unser Leben bringen. Stress fördert das Lernen und die Entwicklung – und dies vor allem dann, wenn wir eine Stress-Situation als positive Herausforderung wahrnehmen, an der wir reifen können.
Im Gegensatz dazu kann chronische Stressbelastung ohne ausreichende Erholungsphase unsere Gesundheit erheblich bedrohen. In der Folge kann auch unsere Arbeitsleistung beeinträchtigt werden. Nicht selten führt dies dann etwa zu Depressionen, weil die gesteckten Ziele innerhalb der vorgegebenen Zeit nicht erreicht werden.

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Verantwortung übernehmen

Lösungsorientierte Stressbewältigung packt das Problem bei der Wurzel und wirkt nachhaltig – sie ist daher grundsätzlich einem bloßen Verdrängen vorzuziehen. Allerdings gibt es nicht immer eine schnelle Lösung oder diese erscheint einem nicht umsetzbar. Dann ist es gut, ein soziales Netzwerk zu haben, das bei der Lösungsfindung unterstützt. Professionelle Hilfe bietet zusätzlich die Möglichkeit, die eigene Situation mit einem Blick von außen auf einer neutralen Ebene zu betrachten.
Wer über ein breites Spektrum an Stressbewältigungsstrategien verfügt und diese bei Bedarf flexibel einsetzen kann, hat alle Chancen, ungesunden Stress in eigener Verantwortung zu vermeiden – und zwar ganz individuell: Der eine erholt sich eher in der Sauna, während sich der andere sportlich auspowern muss, um Anspannung abzubauen. Das kann jeder für sich selbst herausfinden.
Finden Betroffene nicht selbst aus einer akuten und anhaltenden Stressspirale heraus, sollten sie therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Systemisch-therapeutische Methoden helfen dabei, den Blick für notwendige Veränderungen zu entwickeln.

Fühlen Sie sich dauerhaft gestresst und wissen nicht, wie Sie Ihre Situation entspannen können? Gemeinsam mit den Sozialarbeitern und Therapeuten der Stiftung BSW bieten wir Ihnen eine lösungsorientierte Beratung und Begleitung. Kontakt: Telefon: 0800 0600 0800, E-Mail: sozialberatung@bsw24.de

Stopp mal-Seminare - Hilfe bei Stress und Eskalation im Berufsalltag

Wenn Ihre Kraft für die Bewältigung des täglichen Berufsstresses immer weniger wird, die nötige Gelassenheit und Distanz verloren geht oder auch zunehmende Eskalationen im Kundenkontakt das Gefühl der Hilflosigkeit erzeugen, dann ist Hilfe und guter Rat teuer. Eben nicht!
Mit dem Seminar „Stopp mal!“ bieten Stiftung Bahn-Sozialwerk, Fonds soziale Sicherung und der Verband Deutscher Eisenbahner-Sportvereine die Möglichkeit der fachlichen Orientierungshilfe zum Umgang mit Stress und zur Bewältigung des persönlichen Stresserlebens.

Weitere Informationen unter www.bsw24.de/soziales-gesundheit/stopp-mal/

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Die BSW- App ist da!

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Die BSW- App ist da!

2017-04-04

Mit der kostenlosen BSW-App haben Sie die Stiftungen BSW und EWH immer und überall dabei.
Verpassen Sie nichts mehr! Mit den aktuellen Meldungen rund um die Stiftungen sind Sie immer auf dem neuesten Stand. Entdecken und beantragen Sie die attraktiven Leistungen der Stiftungen direkt in der App. Auch für die vielfältigen BSW-Urlaubsangebote können Sie dort Ihre Buchungsanfrage stellen.
Erleben Sie die Stiftungen vor Ort: Finden Sie Gleichgesinnte in Ihrer Umgebung, treffen Sie andere BSW-Förderer auf interessanten Veranstaltungen oder besuchen Sie die BSW-Gruppen und -Ortsstellen.
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Sie können die BSW-App entweder im Google Play-Store bzw. im App-Store von Apple herunterladen oder einfach einen der QR-Codes einscannen.

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Peter Schulz schrieb am 12.04.2017

Hallo, ich finde bei Reisen&Erholung keine Preisangabe für Hotels und Ferienwohnungen. Ist das bewusst so gemacht?
Ebenso finde ich nicht die Kategorie der zu buchenden Zimmer bzw. Wohnungen.
Vielleicht könnte man diese Angaben noch in die App aufnehmen.

Freundliche Grüße

Jürgen Niebuhr schrieb am 04.04.2017

Die App funktioniert leider nicht 😞
Hoffe um baldige Überarbeitung
Samsung S7

Redaktion schrieb am 04.04.2017

Lieber Herr Niebuhr,

wir haben diese Info an das Projektteam weitergegeben. Bitte überprüfen Sie parallel die Software-Aktualität ihres Handys.

Viele Grüße
Ihr Redaktions-Team

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Essstörungen – keine Frage des Geschlechts

Antje Krause ist als Sozialarbeiterin für die Stiftung BSW in Nürnberg tätig. Gelegentlich suchen auch Menschen ihre Hilfe, die unter Essstörungen leiden. Hier erklärt sie die…

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Essstörungen – keine Frage des Geschlechts

2017-03-27

Antje Krause ist als Sozialarbeiterin für die Stiftung BSW in Nürnberg tätig. Gelegentlich suchen auch Menschen ihre Hilfe, die unter Essstörungen leiden. Hier erklärt sie die häufigsten Formen der Krankheit und warum die Ursachen dafür bei Männern und Frauen sehr verschieden sein können.

Unter den vielen verschiedenen Arten von Essstörungen treten drei am häufigsten auf: Magersucht, (Anorexia nervosa), Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) und die sogenannte Binge Eating-Störung.

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Antje Krause

Magersucht
In aller Regel tritt die Erkrankung während der Pubertät erstmals auf. An Magersucht Erkrankte sind extrem dünn. Sie führen dieses Untergewicht selbst herbei, indem sie sehr wenig essen und teilweise auch das Trinken einschränken. Ein Teil der Magersüchtigen beschleunigt die Gewichtsabnahme durch exzessiven Sport oder die Verwendung von Abführmitteln, Appetitzüglern oder Medikamenten zur verstärkten Ausscheidung von Körperwasser.
Die Körperwahrnehmung von Magersüchtigen weicht von der Realität ab, d.h. die Erkrankten fühlen sich trotz des geringen Gewichts zu dick. Der sogenannte Body-Mass-Index liegt bei Diagnose einer Magersucht unter 17,5 – eine Frau mit 1,65 Meter Körpergröße würde zum Beispiel 47 Kilogramm oder weniger wiegen.
Auf Dauer kann so extremes Untergewicht auch körperliche Folgen haben, wie z.B. Osteoporose, Verlangsamung des Herzschlags, Blutarmut bis hin zu Herzrhythmusstörungen oder Nierenversagen. Für bis zu 15 Prozent der Erkrankten endet die Erkrankung sogar tödlich.

Ess-Brech-Sucht
Phasenweise ernähren sich an Bulimie Erkrankte normal bis gesund mit eher kalorienreduzierter Nahrung. Zwischen diesen normalen Phasen folgen aber immer wieder Essanfälle, in denen sie innerhalb kürzester Zeit sehr große Mengen an Kalorien zu sich nehmen. Sie sind dabei von nicht abwendbarer Gier nach Essen getrieben.
Um die Kalorien nicht in Körperfett umzuwandeln, versuchen sie, das Essen durch selbst ausgelöstes Erbrechen wieder loszuwerden. Auch Bulimiker treiben zur Stabilisierung des Gewichts häufiger exzessiv Sport oder missbrauchen Medikamente wie beispielsweise Abführmittel. Nach außen ist diese Erkrankung schwerer auf Anhieb erkennbar, da sich das Körpergewicht im Gegensatz zu Magersüchtigen eher im Normalbereich bewegt. Insofern führen die Betroffenen oft ein anstrengendes Doppelleben zwischen Wahrung des schönen Scheins und unkontrollierten Essattacken. Das kostet sie viel Kraft und Zeit. Oft bleiben auch zwischenmenschliche Kontakte auf der Strecke. Die Erkrankung tritt häufig erst gegen Ende des Jugendalters auf.

Binge Eating-Störung
Binge bedeutet übersetzt Gelage oder Prasserei. Auch bei dieser Erkrankung werden wie bei der Bulimie enorm große Mengen an Essen innerhalb kurzer Zeit verschlungen oder es wird willkürlich über den Tag verteilt eine hohe Kalorienzufuhr betrieben.
Die Patienten verlieren die Kontrolle über ihr Essverhalten. Darüber hinaus nehmen sie kein Sättigungsgefühl wahr. Zudem verspüren sie nach den Essattacken enorme Schuldgefühle. Zu dem starken Leidensdruck können häufig auch Depression oder soziale Angst kommen.
Anders als bei der Bulimie entledigen sich die Erkrankten der zugeführten Kalorien jedoch nicht durch Erbrechen oder andere Vorgehensweisen. Insofern sind die Betroffenen oft übergewichtig – häufig begünstigt durch Bewegungsmangel. Übergewicht ist jedoch keine notwendige Voraussetzung für dieses Krankheitsbild, es gibt auch Normalgewichtige unter den Betroffenen. Diese Erkrankung tritt häufig im Alter von 20 bis 30 Jahren auf oder aber zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr.
Als medizinische Folgen können beispielsweise Magenerweiterung mit Gefahr des Magenrisses, Gelenkabnutzungen, Herzerkrankungen, Stoffwechselstörungen oder Schlafstörungen auftreten.

Essstörungen bei Männern und bei Frauen
Die Erscheinungsbilder der oben beschriebenen Krankheiten sind bei beiden Geschlechtern sehr ähnlich und werden bei Männern und Frauen gleich behandelt. Häufig sind überzogene Schönheitsideale, die von Medien und Werbung verbreitet werden, eine Ursache. Die Erkrankten – Frauen wie auch Männer – versuchen so, dem Idealbild des schlanken, sportlichen Menschen zu entsprechen. An der Binge Eating-Störung leiden ungefähr gleich viele Männer und Frauen, während Frauen drei Mal häufiger an Magersucht und Bulimie erkranken als Männer.
Oft treten diese Krankheiten in der Pubertät auf, während der im weiblichen Körper vermehrt Fett eingelagert wird. So wird das Körperbild negativ beeinflusst. Frauen neigen dann dazu, ihr Gewicht durch Diätmaßnahmen zu kontrollieren. Findet an dieser Stelle ein Kontrollverlust statt, kann das Abnehmen die genannten krankhaften Züge annehmen. Männer hingegen kontrollieren ihr Gewicht meist durch sportliche Aktivität. Bartwuchs und Muskeln, die sich in der Pubertät entwickeln, sind – im Unterschied zu Fetteinlagerungen – gesellschaftlich anerkannt und sogar erwünscht.
Essstörungen werden bei Männern oft viel später entdeckt. Dafür sind viele Faktoren verantwortlich. Zum einem wird gesellschaftlich deutlich besser akzeptiert, wenn Männer exzessiv viel Nahrung zu sich nehmen, als wenn Frauen das tun. Männer verspüren nach Essattacken deshalb auch weniger Selbsthass, der sie dazu bewegen könnte, Hilfe zu suchen. Umgekehrt schämen sich viele Männer besonders, die an Bulimie oder Magersucht leiden, da diese Krankheitsbilder als typisch weiblich gelten. Zudem sind auch viele Ärzte nicht ausreichend für das Thema sensibilisiert und erkennen die Krankheit bei Männern oft erst spät.

Fazit
Egal, ob eine Frau oder ein Mann von einer Essstörung betroffen sind: Dahinter stecken oft tiefer liegende psychische Probleme, die einer psychotherapeutischen Behandlung und ebenso medizinischen Sicherung bedürfen. Darüber hinaus kann beispielsweise extreme Fettleibigkeit massive berufliche Schwierigkeiten nach sich ziehen – gerade dort, wo körperliche Arbeit gefragt ist. Das Leid von Menschen mit Essstörungen ist oft für Außenstehende nicht sichtbar und für die Betroffenen selbst von großer Scham und Unsicherheit geprägt.

Die Stiftung Bahn-Sozialwerk bietet mit qualifizierten Sozialarbeitern und dem Psychologisch-Therapeutischen Fachdienst in psychischen und gesundheitlichen Fragen eine erste Anlaufstelle, um weitergehende Hilfe und Besserung auf den Weg zu bringen. Wenn Sie Unterstützung benötigen, dann rufen Sie uns unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 0600 0800 an (Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr) und Sie werden direkt zu einem Sozialarbeiter weitergeleitet. Selbstverständlich können Sie sich auch per E-Mail bei uns melden: sozialberatung@bsw24.de

Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), Bundesministerium für Gesundheit, Internetportal magersucht.de

– Antje Krause

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„Das hat mir richtig gut getan.“

Die Geschichte der Familie Trapp Felix leidet an Duchenne-Muskeldystrophie (Muskelschwund), einer Erbkrankheit, die im Kleinkindalter beginnt und nur Jungen betrifft. Felix ist jetzt…

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„Das hat mir richtig gut getan.“

2017-03-14

Die Geschichte der Familie Trapp

Felix leidet an Duchenne-Muskeldystrophie (Muskelschwund), einer Erbkrankheit, die im Kleinkindalter beginnt und nur Jungen betrifft. Felix ist jetzt zehn Jahre alt und ein aufgeweckter Junge, der mit seiner Krankheit gut zurechtkommt. Doch die Belastung ist hoch – besonders für die Mutter, die auch für Felix‘ jüngere Zwillingsschwestern da sein muss.

Auszeit für pflegende Angehörige
Kathleen Trapp arbeitet in Teilzeit bei der DB Regio in Fulda, ihr Mann Jürgen Trapp war lange Triebfahrzeugführer und ist mittlerweile pensioniert. Als dieser im BSWmagazin einen Artikel über die „Auszeit“ las, machte er seine Frau darauf aufmerksam.
„Mein Mann sagte gleich, ich solle das machen“, erzählt sie. „Wir sind froh darüber, dass es mit Felix so gut klappt: In der Schule macht er sich toll, und seine Schulbegleitung, die sogenannte Teilhabeassistenz, ist prima. Felix fährt dann nach der Schule alleine in seinem elektrischen Rollstuhl nach Hause. Aber es ist nicht leicht, die Bedürfnisse dreier Kinder unter einen Hut zu bringen.“

Zeit zum Durchatmen
Ganz zu schweigen von den Bedürfnissen der dreifachen Mutter: „Mir ist die Familie sehr wichtig und ich würde alles für sie tun. Aber ich komme manchmal an meine Grenzen.“
Eine echte Erleichterung im Alltag der Trapps ist der von den Stiftungen mitfinanzierte Fahrstuhlanbau, der seit knapp drei Jahren zumindest das Problem der sonst unüberwindbaren Treppen löst. Die seelische Belastung jedoch bleibt.
Um einerseits den pflegenden Angehörigen eine Auszeit zu ermöglichen, in der sie sich mit Menschen in ähnlichen Lebenssituationen austauschen können, und ihnen andererseits auch Rüstzeug zur Stärkung der eigenen Pflegekompetenz mitzugeben, hat das BSW eine einwöchige Auszeit für pflegende Angehörige in Bad Tölz zum Sonderpreis ins Leistungsportfolio aufgenommen. Das BSW-Ferienhotel Isarwinkel bietet eine hauseigene Sauna und eine Kooperation mit einem nahe gelegenen Sportstudio, beides kostenfrei während der „Auszeit“ nutzbar.

„Man wächst zusammen.“

Kathleen Trapp

Kathleen Trapp verbrachte mit sieben anderen pflegenden Angehörigen ihre „Auszeit“.
„Wir hatten in den acht Tagen richtig viel Programm – von Entspannungsübungen und Wanderungen über Workshops zum Stressmanagement und Seminare zur Selbstsorge für Pflegende bis hin zu Gesprächsrunden mit einer Therapeutin“, erzählt sie. „Das hat mir viel gebracht, und ich konnte trotzdem auch mal abschalten.“
Die Gruppe war im Alter zwischen Mitte 30 und knapp 80 Jahren und so unterschiedlich waren auch die persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen.
„Es hat mir gut getan, mich mit den anderen auszutauschen, weil einem klar wird, dass man nicht alleine ist. Das ändert natürlich erst mal nichts an der eigenen Situation, aber es zeigt eben auch, dass man es schaffen kann. Manchmal hatte ich da allerdings schon mal das Taschentuch in der Hand“, erinnert sie sich.
„Wir sind richtig zusammengewachsen, saßen von Anfang an auch beim Essen immer an einem Tisch. Der Abschied tat mir dann auch fast ein bisschen weh, und mit einigen habe ich immer noch Kontakt“, resümiert Kathleen Trapp.

Auszeit für pflegende Angehörige ab 249 Euro
Termine 2017:
20. bis 27. Mai, 22. bis 29. Juli, 07. bis 14. Oktober, 18. bis 25. November

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„Mensch, Papa, wir sind doch nicht blöd!“

Die Bischs sind eine optimistische Familie: Ralf und Martina leben mit ihren aufgeweckten Zwillingen im ländlich gelegenen rheinhessischen Lörzweiler in einer kleinen Doppelhaushälfte.…

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„Mensch, Papa, wir sind doch nicht blöd!“

2017-02-22

Die Bischs sind eine optimistische Familie: Ralf und Martina leben mit ihren aufgeweckten Zwillingen im ländlich gelegenen rheinhessischen Lörzweiler in einer kleinen Doppelhaushälfte. Den Optimismus haben sie sich hart erkämpft, denn mit der Geburt der Kinder im Juli 2002 änderte sich alles.
Mareike und Robin kamen fast elf Wochen zu früh auf die Welt. Bei Kontrollterminen stellte sich heraus, dass die Zwillinge infolge eines Sauerstoffmangels an Cerebralparese leiden, einer frühkindlichen Gehirnschädigung mit Störungen des Nervensystems und der Muskulatur.
„Erfahren haben wir davon, als uns die Ärztin im Krankenhaus quasi im Vorbeigehen zurief: ‚Ihre Kinder werden nie laufen können.‘ Das war natürlich ein Schock – die Tatsache als solche und auch, es so unvorbereitet zu hören. Dass die Ärzte sich keine Zeit genommen haben, uns in Ruhe aufzuklären, das beschäftigt mich heute noch“, erinnert sich die Mutter.

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„Irgendwie kommt man da durch.“
Danach standen unzählige Untersuchungen und Operationen an. „Schlimm war, als beide die Beine bis oben eingegipst hatten, Mareike sogar sechs Wochen lang. Da war sie noch keine vier Jahre alt“, erzählt Ralf Bisch. „Auch bei Robin war es kaum zu ertragen, ihn so leiden zu sehen. Er konnte nicht schlafen, und wir mussten hilflos zusehen.“
Mittlerweile sind die Zwillinge 13 Jahre alt und sitzen in Rollstühlen. Auf den Mund gefallen sind sie allerdings nicht. Sie gehen auf die gleiche Schule mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung, achten aber sorgsam darauf, eigene Freundeskreise zu haben und auch ihren Sport – beide schwimmen sehr gerne und gut – möglichst unabhängig voneinander auszuüben.

„Die Stufen sind einfach furchtbar.“
„Wasser ist für beide ganz wichtig, da brauchen sie uns nicht. Im täglichen Leben müssen wir sonst ja immer da sein“, sagt Martina Bisch, die seit 1980 bei der Bahn ist und als Reiseberaterin am Mainzer Hauptbahnhof arbeitet – in Teilzeit, denn der Terminkalender ist mit Arztbesuchen und Therapien vollgestopft.
„Und das mit zwei Rollis. Da kommt man oft an seine Grenzen“, ergänzt Ralf Bisch, der fast genauso lange bei der Bahn arbeitet wie seine Frau, mittlerweile im Anforderungsmanagement für das neue Vertriebssystem.

Aufzug für mehr Selbstbestimmung
Als die Bischs vor der Geburt der Zwillinge in die Doppelhaushälfte einzogen, da konnten sie nicht ahnen, dass schon die Stufen vor der Haustür zur Falle würden. „Der Schulbus setzt die beiden ab – und dann stehe ich da“, erklärt Martina Bisch. „Mittlerweile kann ich sie nicht mehr tragen, und alleine mit dem Rolli, dafür ist unsere Rampe einfach zu steil. Im Haus warten dann noch weitere Stufen.“
Dass sich das Leben deshalb fast ausschließlich im Wohnzimmer im Erdgeschoss abspielt, daran haben sich die Eltern gewöhnt. „Wir kümmern uns sehr gerne um unsere Kinder“, betont Ralf Bisch. „Aber jetzt in der Pubertät brauchen die beiden auch mal ihre Zeit alleine.“ Und Mareike ergänzt: „Der Robin ist immer so laut!“ Die einzige Möglichkeit ist ein Aufzuganbau – aber der ist teuer.

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„Unsere Dankbarkeit ist kaum in Worte zu fassen.“

Wegen der Kosten scheiterte das Projekt fast. Doch nach einem Zeitungsartikel über die Familie erhielt sie viele Spenden, auch von privater Seite. „Es hat sogar jemand an der Tür geklingelt und mir persönlich Geld gegeben“, erzählt Martina Bisch immer noch sichtlich bewegt.
„Und dann hatten wir auch noch vom BSW die Zusage zur Unterstützung. Wie belastend die Situation für uns war, haben wir erst gemerkt, als alles von uns abfiel, weil das BSW und so viele Menschen uns helfen“, fasst Ralf Bisch zusammen.

„Wir sind nicht blöd, wir sind 13!“
Über den Aufzug freuen sich nicht nur die Eltern, sondern auch die Zwillinge – schon alleine deshalb, weil der Vater endlich aufgehört hat, seinen Kindern technische Details zum Bau zu erklären. „Mensch, Papa, wir sind doch nicht blöd!“, sagt Robin, und Mareike hat dem ausnahmsweise einmal nichts hinzuzufügen.
Dieses Lebhafte und Offene haben die Kinder sicher von ihren Eltern. Hier wird nichts verschwiegen, auch wenn es vielleicht einmal unbequem ist. Das zeichnet die Bischs aus: Jeder darf seine Meinung haben, seine Wünsche äußern. Die Familie meistert ihr Leben gemeinsam und gleichberechtigt – vielleicht eines der Erfolgsrezepte für Glück.

Die Stiftung EWH hat den Aufzug der Familie Bisch bezuschusst.

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Manfred Vogt sehr schrieb am 20.02.2017

Sehr guter Hintergrundbericht.

mascha simon-roßbach schrieb am 20.02.2017

eine wirklich tolle familie. die kinder sind stark und selbstbewußt und die eltern einach nur klasse drauf.... alles liebe!

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Von Patchwork bis Upcycling, von Häkeln bis …

2017-04-24

Von Patchwork bis Upcycling, von Häkeln bis Töpfern: Kunsthandwerk liegt voll im Trend.

Kein Wunder also, dass dieses Hobby auch im BSW gepflegt wird: Am 22. April 2017 wurde im thüringischen Altenburg die fünfte BSW-Bundeskunsthandwerksausstellung eröffnet.

Lassen auch Sie sich beeindrucken!

Öffnungszeiten:

  1. April bis 26. Mai 2017
    Montag, Dienstag und Freitag, 10 bis 18 Uhr
    Mittwoch, 12 bis 18 Uhr

Weitere Informationen: http://bit.ly/2om7rqu

– stiftungbsw

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Am 2. Mai ist Buchungsstart für 2018! …

2017-04-19

Am 2. Mai ist Buchungsstart für 2018! https://t.co/sn1lTDMxgf #reisefieber #bestvacations https://t.co/18yB9j6pMR

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Die Stiftungen BSW und EWH wünschen Euch allen …

2017-04-13

Die Stiftungen BSW und EWH wünschen Euch allen frohe Ostern und schöne Feiertage! #HappyEaster https://t.co/3CWrwdeCDB

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Die Stiftungen BSW und EWH wünschen Euch allen …

2017-04-13

Die Stiftungen BSW und EWH wünschen Euch allen frohe Ostern und schöne Feiertage! #HappyEaster

– stiftungbsw

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Fahrgastrekorde bei Bussen und Bahnen laut…

2017-04-11

Fahrgastrekorde bei Bussen und Bahnen laut Presseinfo vom Statistischen Bundesamt https://t.co/QoccIqGEXw #Verkehr… https://t.co/v0CwNHcSq2

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Die BSW-App ist da! Mit der kostenlosen BSW-App…

2017-04-04

Die BSW-App ist da! Mit der kostenlosen BSW-App haben Sie die Stiftungen BSW und EWH jetzt immer dabei!… https://t.co/sQCFoeJW7T

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Bundeskunsthandwerksausstellung mit…

2017-03-29
  1. Bundeskunsthandwerksausstellung mit Rekordbeteiligung! Hier: Orimoto-Papierskulptur von M. Litek-Knothe… https://t.co/d1qiew7EFu

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BÄRENSTARK-Ferienfreizeit: Freizeit für #Kinder m…

2017-03-25

BÄRENSTARK-Ferienfreizeit: Freizeit für #Kinder mit behindertem oder krankem Geschwisterkind! Anmelden bis 31.03.17… https://t.co/n5ygzHFwq3

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